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  07-05-2002:
Kimble und Konsorten - Der Fan

Dieses Kapitel will ich nicht Kim Schmitz, sondern den "Konsorten" widmen. Damit meine ich keine Freunde und Bekannte von ihm, sondern Personen, die mir von Zeit zu Zeit auffallen und prima in den Kontext passen.

Fall 1: Der Kimble-Fan

Erster Fall ist Sascha W., 29jähriger Handyverkäufer aus Hannover. Im Januar hat er aus total uneigennützigen Motiven die Domains Kim-Schmitz.de und kimschmitz.de sichern lassen. Kurz entschlossen schuf er eine Kim-Schmitz-Fanseite. Dabei hat er wohl übersehen, dass es bereits eine solche gibt. Kimble.org ist bereits auf den "Kimble Fan Club" registriert.

Was hat uns der bekennende Kimble-Fan zu bieten? Nicht viel. Die Seite ist mit Werbung vollgestopft, 50 Euro pro Monat will er für ein Banner kassieren. Nach seinen Angaben hatte die Seite, die fast nirgendwo verlinkt ist in zwei Monaten 25000 Besucher.

In seinen Texten frönt er einer hemmungslosen Naivität und Grammatikschwäche. Sätze beendet er grundsätzlich mit Ausrufungszeichen, manchmal fügt er auch noch Fragezeichen hinzu. Er ruft zu einer Spendenaktion für Kimble auf und beschwert sich, dass der Anwalt nicht antwortet. Als die Seiten von Schmitz einige Tage offline waren, interpretierte er das als Sabotage seiner eigenen Seite. Die Krönung ist vielleicht die Aussage, die er gegenüber der Businessweek machte. "He's as famous as the Chancellor." In einer Mail an mich korrigierte er das: Schmitz sei viel bekannter als Gerhard Schröder.

Flash as Flash can
Ach könnte ich nur Flash...

Wie sein Vorbild setzt er ganz auf Flash. Das Intro sieht aus wie gewollt, aber nicht gekonnt. In den Tiefen der Seite schlummerte ein Flashforum und ein Flashgästebuch und verschwand bald auch wieder. Die sonstigen Inhalte stammen teils von Kimble.org, teils von kimschmutz.de. Ein Teil stammt auch vom Kimblereport. Ohne zu fragen hat der Fan zum Beispiel mein Pressearchiv geklaut - er machte sich nicht mal die Mühe, die Links zu überprüfen. Immerhin bietet er einige Filme zum Download vom eigenen Webspace an. Bei den Dateien, die teilweise über 100 Megabyte groß sind, ist das wohl zu teuer geworden. Das erklärt auch, warum einige Links schlichtweg tot sind. Die Seite, von der W. die Filme übernommen hat, bietet diese auch weiterhin kosten- und werbefrei an. Inzwischen hat W. auch eine neue Finanzierungsquelle entdeckt: Zum Preis von 21,55 Euro bietet er T-Shirts mit seiner Domain an.

Viel Geld hätte er vielleicht sparen können, wenn er einfach nur Links auf die drei Seiten gesetzt hätte, von denen er die Inhalte entnommen hat. Den Surfern hätte er dann auch ziemlich viele Werbebanner erspart.

Wenn die Informationen von außen kommen, besteht wenigstens eine entfernte Chance, dass sie auch stimmen. So verbreitet der Kimble-Fan Anfang Mai das exklusive Gerücht, der Anwalt Thomas Pfister habe sein Mandat zurückgegeben. Ein Anruf in München hätte genügt: das Gerücht entbehrt jeder Grundlage.

Was er unter Hacken versteht, macht der Kimble-Fan sehr deutlich. In der entsprechenden Rubrik finden sich nämlich nur zwei 0190-Dialer-Programme - selbstredend fehlen Hinweise auf die entstehenden Kosten.

Kurz zusammengefasst: vielleicht hat Schmitz die Fans, die er verdient.

Nachtrag: Die Seite wurde vorerst geschlossen - offenbar auf Veranlassung von Schmitz.

 
Yihat & Co
Man mag es kaum glauben, aber erstaunlich viele ticken wie Kim Schmitz. Beispiel Yihat: im Usenet gibt es immer wieder Postings, um Hacker "für die gute Sache" zu suchen. Das Ergebnis ist gewöhnlich das gleiche: gar keins.