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19-01-2002: Kimhaftiert Am. 18. Januar 2002 wurde Kim Schmitz alias Kimble in Thailand festgenommen. Näheres steht in der Meldung, die ich für den Heise-Newsticker geschrieben habe. Hier lesen. Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: Am 18. Januar wurde Kim Schmitz in Bangkok festgenommen. Die Quellen widersprechen sich, ob dies im Flughafen oder im Hotel geschah. An der Aktion waren zwei Beamte des Münchner LKA beteiligt. Die Deutsche Botschaft entzog Schmitz den Pass, sodass er sich nicht mehr legal in Thaland aufhalten konnte. Der Haftbefehl wurde in München wegen Kapitalanlagebetrugs ausgestellt. Nach bisherigen Informationen ist davon auszugehen, dass es um die Vorkommnisse rund um die Letsbuyit-Story ging. Schmitz soll - so dpa - unter Ausnützung von Insider-Wissen Aktien für 375 000 Euro gekauft und mit Millionengewinn kurz danach für 1,5 Millionen Euro (2,93 Millionen Mark) wieder abgestoßen zu haben. Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel hatte im Juni 2001 deswegen Ermittlungen aufgenommen. Wegen dieser Vorkommnisse war auch im Dezember ein Strafbefehl ausgesetzt worden - mit einer für einen Multimillionär sagenhaft geringen Geldstrafe. Kimble bestreitet die Vorwürfe. Da er nicht im Vorstand der Firma gesessen habe, habe er auch nicht über Insiderwissen verfügt. Nur auf den ersten Blick ein Argument. Schließlich wusste Schmitz auf alle Fälle vorher von der Pflichtmitteilung, die den Kurssprung ausgelöst hatte. Schließlich trat er als Investor auf, versprach 50 Millionen für die angeschlagene Firma. Ein Investment, das nie getätigt wurde. Schmitz hat die Telebörse als Sündenbock auserkoren, weil die über seine windige Gesellschaft Kimvestor berichtet hatte. Seinen Todes-Gag will sich Schmitz offenbar nicht vermasseln lassen. Zitat bei Bild.de: "Um 5 Uhr wird die Welt eine andere sein. Wartet ab!" Ob dann schlichtweg nur diese Seite erscheinen wird? Man wird sehen. Am Montag soll Schmitz auf alle Fälle ausgeliefert werden. Über die Haftbedingungen besteht einige Verwirrung. Nach Schmitz eigenen Angaben, ist er mit 20 (Bild) oder 30 (RTL) Männern in einen Raum gepfercht, muss auf nacktem Beton schlafen. Kakerlaken seien überall und das Wasser stinke. Wenn er aufs Klo wolle, würde man ihm Handschellen und Fußfesseln anlegen. Thailand muss zuviel Gefängniswärter haben. Oder man nimmt die Version von Spiegel.de. Danach liegt er den ganzen Tag in einem Bett und schweigt. Wie auch immer: Besuch von Journalisten scheint kein Problem zu sein. Bild hat ihn interviewt, FocusTV hat ihn interviewt, mit RTL konnte er sogar telefonieren. Noch ein Wort zu den lieben Kollegen. Genau so wie in früheren Zeiten Kimbles Taten hochgelobt wurden, wird jetzt teilweise ungeprüft Negatives über Schmitz verbreitet. Der Bild-Zeitung ist es anscheinend wie Schuppen von den Augen gefallen, dass Kimble dick ist und schreibt es in jeden Artikel. Der Infodienst ibusiness verbreitet, dass er Teppichluder Janina nach Thailand mitgenommen habe. Die Nachrichtenmüllverwertung Shortnews erweckt sogar den Eindruck, dass sie als Prostituierte in München arbeitet. Bad style. Inzwischen wird auch in seinem Lebenslauf gewühlt. Aus zwei Quellen wurde mir berichtet, dass er offenbar sogar das Begabtenabitur im Schlossinternat Plön erfunden habe. Eine Quelle sagt das Gegenteil - zumindest habe Schmitz das Internat als Lieferadresse angegeben. Gleichzeitig ist davon die Rede, dass Schmitz gelernter Elektrotechniker sei. Eine besondere Perle findet sich im Spiegel vom 21. Januar 2002: Dort erklärt sein ehemaliger Komplize "Kim kann nicht eine Zeile programmieren." Meine Frage: warum merkt man das erst jetzt?
18.01.2002 Telebörse: Kim Schmitz wegen Kapitalanlagebetrug festgenommen |
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