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24-01-2002: Das Gericht - die Akte Schmitz Auf dieser Seite sammle ich die Informationen über den Prozess gegen Kim Schmitz. Am Dienstag, 22. Januar wurde Schmitz in München verhaftet und soll am gleichen Tag noch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Es bestehen jetzt zwei Verfahren: der ausstehende Strafbefehl wegen Kapitalanlagebetrugs und das Verfahren wegen Insiderhandels mit Aktien von Letsbuyit.com. In Interviews hatte Schmitz bekanntgegeben, dass er über keine Insiderinformationen verfügt habe. Eine plumpe Lüge, die allerdings über die Nachrichtenticker lief. Der Kurssprung der Aktien kam nur durch die Ankündigung von Schmitz zu Stande, 50 Millionen in die Firma zu investieren. Wenn Schmitz davon nichts gewusst haben will, muss er verschärfte geistige Umnachtung geltend machen. Inwieweit er aber dieses Wissen genutzt hat, um illegale Geschäfte zu machen, muss das Gericht noch herausfinden. Die Beweisführung ist bei Insiderverfahren äußerst schwierig. Inzwischen wurde noch ein anderer Prozess gegen Schmitz eröffnet. Es geht diesmal um Verkehrsdelikte. 14 Mal war Schmitz bereits wegen Fahrens ohne Führerschein belangt worden - zuletzt wurde er zu 6 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Offenbar nutzte die Lektion wenig: Schmitz ließ sich 2001 noch ein 15. Mal erwischen. Offenbar war die Justiz froh, Schmitz direkt zur Verfügung zu haben. Denn noch in der Woche der Verhaftung wurde der Prozess eröffnet. Schmitz erschien am ersten Prozesstag ohne Anwalt, weshalb der Prozess auf März vertagt wurde. Dieses Kapitel wiederlegt einmal mehr die Behauptung, Schmitz sei ein bekehrter Krimineller, der sich nichts mehr zuschulde kommen ließ. Dem Gericht sei zur Feststellung der Einsicht des Angeklagten dessen eigene Homepage empfohlen. Dort präsentiert er stolz Bilder einer illegalen Straßenralley, an der er teilgenommen hat. Schmitz hatte das Kunststück fertiggebracht, selbst dort disqualifiziert zu werden. Doch das Lachen bleibt einem im Hals stecken, wenn man sich die letzten Bilder ansieht: während Schmitz ins Ziel einfuhr, stieß sein zweiter Wagen mit einem anderen zusammen - frontal. Lapidarer Kommentar auf der Webseite: "Boom! Bang!"
Die "kleine, um Beachtung ringende Zeitschrift" Max (Zitat FAZ), die schon zu Beginn einen sehr schönen Artikel zum Thema veröffentlicht hat, versorgt uns mit Details zum derzeitigen Tagesablauf von Herrn Schmitz.
Erste Erfolge zeitigt die Haft: fünf Kilo sind schon runter, wie die Münchner TZ berichtet. Außerdem besinnt er sich seiner historischen Mission: wer von einem Münchner Gericht verurteilt wird, soll gefälligst seine Memoiren schreiben - auch wenn man nicht in Festungshaft sitzt. Der Arbeitstitel ist nicht "Mein Hack", sondern "Leben auf der Überholspur". Welcher Verlag das Werk verlegen soll ist noch unbekannt.
Die Staatsanwaltschaft München hat inzwischen Anklage erhoben. Hier die Pressemitteilung:
Am 21. März konnte denn auch der Prozess wegen der Verkehrsdelikte beginnen. Im Angesicht der Medien lief Schmitz zur Hochform auf und erzählte aus seiner Märchenwelt Zum Beispiel vom Internetanschluß im Gefängnis, Drei-Sterne Menüs, etcetera. Statement der Justizbehörden "Alles Blödsinn".
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